Bild als Lyrik 

Haiga-Ausstellung von Ion Codrescu

24. März bis 14. Juni 2019 in der Blinis-Espressolounge

Haiga = Kurzlyrik + Kalligraphie + Tuschemalerei

Die Kunst mit Pinsel und Tinte. Im 17. und 18. Jahrhundert waren in Japan die Dichtung des Haiku als Kurzgedicht, Kalligraphie und Tuschemalerei eng miteinander verbunden. Matsuo Basho, Yosa Buson und Issa Kobayashi, die heute als japanische Haiku-Ikonen gefeiert werden, sind nicht nur Meister der Dichtung, sondern auch der Kalligraphie sowie der Tuschemalerei. Auf einem Blatt Papier wurde der Sinn eines Haiku zum Sehen verarbeitet.

Auch in Deutschland gibt es eine aktive Haiku Szene. Die Deutsche Haiku Gesellschaft engagierte 2013 den rumänischen Haiga-Künstler Ion Codrescu, die ersten deutschen Haiga der Welt zu entwerfen. Insgesamt entstanden 82 Haiga in deutscher Sprache. Buchstaben zeigen sich lebendig im Schwung, dazwischen erfüllen Bilder amüsant die Leere. Dabei geht es um die Dramaturgie des Raums. Jedes Haiku wird von Codrescu unterschiedlich auf einem weißen Blatt in Szene gesetzt.
Von 24.03 bis 14.06 sind ausgewählte 16 Haiga von Ion Codrescu in der EspressoLounge, dem Wohnzimmer des Bergmannkiez, zu sehen.

Am 24.03 gibt das Vorstandsmitglied der Deutschen Haiku Gesellschaft Klaus-Dieter Wirth einen Vernissage-Vortrag. Für weitere Informationen empfehlen wir die DHG Haiga-Anthologie »Der Duft des Tuschsteins«: https://deutschehaikugesellschaft.de/tuschstein/

Über Person

Ion Codrescu (*1951) war bis Ende 2017 Professor für Grafik und Kunstgeschichte an der Ovidius Universität in Constanza, Rumänien. Da sein Interesse dem Haiku gilt, ist es nicht verwunderlich, dass er auch ein u.a. in Japan ausgebildeter Künstler der Kaligraphie und hier im Besonderem der klassischen Sumi-e-Technik geworden ist. Damit ist er einer der ganz wenigen Haiga-Künstler in der westlichen Welt, der auch in Japan hohe Anerkennung genießt und mehrfach sowohl an japanischen als auch amerikanischen Universitäten Lehraufträge erhielt.
Er organisierte 1992 und 1994 in Constanzat die ersten internationalen Haiku-Festivals Rumäniens und edierte sodann die internationalen Haiku-Zeitschriften Albatros (1992 – 2002) und Hermitage (2004 – 2007).
Neben zahlreichen Buchveröffentlichungen im In- und Ausland, mehr als 130 Buch-Illustrationen und über 50 Ausstellungen weltweit, finden seine Zeichnungen bei Sammlern und in bis jetzt fünf staatlichen Museen (Japan, USA) Eingang und Beachtung.

Die Reproduktion der Illustrationen erfolgt mit freundlicher Genehmigung von der DHG.

Fu-Ryu – Natur und Dichtung

Gemäldeausstellung von Héctor Navarrete

28. Juni bis 27. Juli 2019 in der Lettrétage

青空に指で字をかく秋の暮 - aozora ni yubi de ji wo kaku aki no kure

In den blauen Himmel Kritzle ich Buchstaben mit dem Finger

Kobayashi Issa

Was verbindet meine Kunst mit Haiku? Ist es der stille Augenblick voll Melancholie? Sind es „Skizzen des Lebens“? Kontemplative Einsamkeit? Ich komme aus Argentinien. Meine Kindheit verbrachte ich an einem kleinen Ort im Norden des Landes. Diese Region mit ihrer Tradition, ihre enge Naturverbundenheit, hat mich sehr geprägt. In der Natur finde ich, so wie die Haiku-Dichter, all die poetischen Eigenschaften, die für meine Arbeit wichtig sind. Kann man der das Licht mit der Dunkelheit malen? Kann man den Geist des Windes, seinen Atem und seine Zerbrechlichkeit, festhalten? Die Realität durch ihre Zwischentöne beschreiben? Die Dinge durch die Leere? Beständigkeit durch Vergänglichkeit? Meine Kunst ist unbestimmt, sie hat keine Meinung. Meine Arbeiten sind Kritzeleien am Himmel, Laub im Wind, Rückstände, Krümel, Spuren, Schimmer, flüchtigen WINDHAUCHE. – Héctor Navarrete

Über Person

Héctor Navarrete wurde 1954 in Córdoba, Argentinien, geboren. Er studierte in der Hochschule für Schöne Künste in Córdoba, Argentinien. Er veröffentlichte Zeichnungen und Illustrationen in verschiedenen Zeitschriften und Magazinen der Welt. Seine Arbeiten wurden bereits in Rom, Berlin oder Barcelona ausgestellt. Im Jahr 1994 erschien seine Grafiknovelle „Blue Tango“ beim Rotbuch-Verlag. Er lebt seit 1984 in Berlin.

Die Reproduktion der Illustration erfolgt mit freundlicher Genehmigung von Héctor Navarrete.

© 2019 von Shapes of Haiku. Bei Fragen kontaktieren Sie uns bitte via info@shapesofhaiku.de

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